Der Uluru Tag
Nach gut drei Wochen bin ich nun endlich in Perth
angekommen, konnte meinen Koffer auspacken und einfach mal
entspannen. Das was ich die letzten drei Wochen erlebt hab, war
einfach nur einzigartig, einmalig, genial, überwältigend,
beeindruckend und vieles mehr. Drei verschiedene Klimazonen hab ich
durchkreuzt, angefangen im tropischen Queensland hab ich zum ersten
mal bei 20 Grad in Alice gefroren, so dass die Flucht ins 40 Grad
warme Darwin nur zu gelegen kam, um mich auf frostige 5 Grad nachts
in Perth vorzubereiten. Auch bin ich durch drei Zeitzonen gekommen,
wobei die Darwin Zeitzone die coolste war, denn die
Zeitverschiebung betrug 30 Minuten zu Rockhampton. Mittlerweile bin
ich nun in Perth, so dass mich nur noch 6 Stunden von deutscher
Zeit trennen (Und wenn Deutschland im Finale wäre, wäre die Zeit
humaner als das 4.30 am Spiel in Queensland)
19.-26. Juni: Alice Springs und Uluru, Kata Tjuta, King’s
Canyon
Von Rocky bin ich zunächst nach Alice Springs geflogen, wo
ich zum ersten mal Frieren erlebt hab. Tagsüber in der Sonne ist
definitiv T-Shirt Wetter bei 25 Grad angesagt, aber nachts kühlt es
sehr schnell und hefig ab. Zwei Schlafsäcke sind da definitiv die
Schlafausrüstung der Wahl. Meine erste Tour stand ganz unter dem
Motto Red Centre. Aber bevor ich das beschreibe, muss ich wirklich
ein paar Sätze dem Outback widmen: Es ist wirklich beeindruckend
kilometerlang einfach nur geradeaus zu fahren und wirklich rechts
und links NICHTS zu haben, außer Sand und Busch. Vereinzelt
(maximal alle 700 km) kommt mal eine Geisterstadt, die an einen
alten Western erinnert, in der der Wind die Saloon türen zuschlägt,
aber ansonsten gibt es wirklich nichts. Die Tankstellen haben immer
einen Pub mit dabei und feiern sich als historische Attraktion,
wenn sie älter als 50 Jahre sind.
King’s Canyon: Inmitten der roten Wüste gibt es die
australische Version des amerikanischen Grand Canyon. Wir haben uns
auf einen drei Stunden Walking Trail begeben, der zu recht die
Schwierigkeitsstufe schwierig bekommen hat, denn man musste sich
ganz schön durch Felswände und co schlängeln, wurde dafür aber mit
einem außergewöhnlichen Ausblick belohnt.
Die Nacht haben wir in der Nähe verbracht und in einem
australishcen SWAG geschlafen. Ein SWAG ist ein Schlafsack mit
integrierter Isomatte, so dass man unter freiem Sternenhimmel
schlafen kann. Das ist in der Wüste zwar kalt, aber der
Sternenhimmel ist einfach einmalig, wenn man inmitten von nichts
einfach auf dem Boden liegt und versucht zu schlafen.
Uluru: Ich hab immer noch die Bilder von Uluru und Co vor meinem
geistigen Auge obwohl es nun zwei Wochen schon her ist. Auf Bildern
sieht Uluru immer wie „nur“ ein Berg aus, in
Wirklichkeit verbirgt sich hinter diesem Monolith inmitten der
roten Wüste aber wesentlich mehr. Für die Aborigines stellt der
Berg alles dar: Ihre Religion, ihre Kultur – der Berg ist
einfach die Rechtfertigung für alles. Was bei uns in der Bibel
geschrieben steht, befindet sich für die Aborigines auf den Mauern
von Uluru. Wir sind einmal um Uluru umhergelaufen – ein
netter 11 km Weg – und ich bin begeistert. Nicht nur davon
wie die Aborigines die einzelnen Felswände interpretieren und für
ihre Kultur auslegen, aber einfach wie der Berg an sich aussieht
„blows you mind away“…. Wir haben sowohl den
Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang über Uluru beobachtet,
und erlebt wie Uluru seine Farbe wechselt…wie ein Chamäleon
;-)
Kata-Tjuta: Von Uluru aus kann man Kata Tjuta – eine
Felsansammlung von knapp 36 Bergen, sehen. Kata Tjuta ist die
heiligste Stätte für die Aborigines und daher für uns gesperrt. Wir
dürfen zwischen zwei der Berge umherlaufen, da wir als
„ignorant“ für die Aborigines gelten, aber dennoch
nicht die anderen Felsformationen anschauen. Der einzige Weg einen
Eindruck über Kata Tjuta zu bekommen ist ein Helikopterflug –
der aber extrem teuer ist. Daher bin ich bei weitem mehr von Uluru
begeistert, da ich dort alles sehen und erleben konnte, und Kata
Tjuta nur aus der Ferne sehen konnte. Auch halten die Aborigines
hauptsächlich für sich geheim, was die spirituelle Bedeutung von
Kata Tjuta für sie ausmacht und wir wissen daher nur wenig. Da die
Aborigines traditional owner des Landes Landes sind, ist der Deal
dafür, dass wir dort umherlaufen, dass keine geologische Forschung
um Uluru und co betrieben wird. Dieses würde die Aborigine Kultur
auf Wissenschaft reduzieren und die Magie der Kultur
nehmen.









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