"We have claimed u an adopted aussie" ist der Text meiner letzten SMS, die ich aus Australien erhalten habe, und lässt mich wissen, dass meine australischen Freunde von mir als adopted aussie reden. Wie konnte es soweit kommen?
Nach genau 330 Tagen, 27 Flügen und 8 verschiedenen Zeitzonen sowie fünf verschiedenen Währungen stehe ich mal wieder vor einem Riesenbett voll mit Klamotten und einen viel zu kleinen Koffer. Nach akrobatischen Verrenkungen und einem halben Nervenzusammenbruch ist es dann doch geglückt: Ich habe alles in meine Taschen bekommen und bin somit abflugfertig. Bin ich das wirklich?
Es ist unglaublich was ich in diesem vergangenen Jahr erlebt hab und ich glaube das wird auch noch dauern, bis ich das alles wertschätzen kann. Einige Sachen habe ich zum Beispiel schon hier in den USA über Australien gelernt:
(1) Australien ist wirklich mehr als unbewohnt: Hier in L.A. bin ich inmitten eines Flashmobs gelandet (Thema: No Pants Day) und hab im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben können wie viele Menschen in eine U-Bahn passen. In Australien hatte ich ein U-Bahnabteil für mich alleine
(2) Australien hat wunderschöne Strände aber keine Strandkultur: Durch die starke Sonnenbelastung in Australien geht man dem Strand eher aus dem Weg wohingegen Venice Beach, Santa Monica und Malibu die Sammelstellen für sämtliche Sonnenanbeter überhaupt sind. Mit dem Rad kann man direkt am Strand entlang fahren, oder sich einfach auf einer der vielen Bänke setzen und den vielen Straßenmusikern und Street Performern zuschauen
(3) australisches Englisch ist wirklich sehr speziell: Nach einem Jahr hab ich mich nicht nur an das australische Englisch gewöhnt, sondern es auch lieben gelernt. Das hat dazu geführt, dass ich gleich am ersten Tag in L.A. gefragt wurde, ob ich Australierin sei. Wie sich später herausgestellt hat, hat mein "no worries" mich entlarvt. Mein Lieblingskommentar war aber von einem australischen Ehepaar: "You have been too long in Australia...You speak with an ozy accent". Dementsprechend musste ich mich natürlich erstmal an das amerikanische Englisch gewöhnen und mir ist folgende Tollpatschigkeit passiert. Ich war im Supermarkt einkaufen, wo ein älterer Amerikaner mit Sonnenbrille Kassierer war. Ich dachte verstanden zu haben, dass er gesagt hat: And you have a beautiful night woraufhin ich natürlich freundlicherweise entgegnet hab: Ohh thanks, you too. Ein verwirrter Blick starrt mich an und wie sich herausgestellt hat, hat man mir keinen schönen Abend gewünscht, sondern ein Kompliment in folgender Form gemacht: And you have beautiful EYES. Jaja, das kann auch nur mir passieren: Einem 50-jährigen mit Sonnenbrille zu sagen, er habe schöne Augen...
Anyways, hiermit geht mein Blog zu Ende. Ich weiß gar nicht was ich noch schreiben soll, denn selbst die knapp 100 Einträge können nicht das im Gnazen erfassen was ich erlebt und gesehen hab. Aber ein Dank gilt auf jeden Fall meinen treuen Blog Lesern, die es mir ermöglicht haben all meine Euphorie zu teilen und dadurch das Gefühl zu haben - trotz Zeitverschiebung, anderer Klimazone und anderer Sprache - irgendwie doch nicht weit weg zu sein!








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